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LTS-Version

Illustration eines Laptops mit 3D-Text "LTS" auf einem Schreibtisch. Im Hintergrund sind Bürogegenstände und ein Bücherregal.
Die Abkürzung LTS auf dem Display steht für Long-Term Support, also Langzeitunterstützung.

Auf einen Blick: LTS-Version

Eine TYPO3 LTS-Version (Long-Term Support) ist eine TYPO3-Hauptversion, die vom TYPO3-Projekt über mindestens drei Jahre mit Sicherheits- und Bugfix-Updates versorgt wird.

  • Aktuell gültige LTS-Version: TYPO3 v14 LTS (veröffentlicht im April 2026)
  • LTS-Versionen erhalten 3 Jahre regulären Support und anschließend 3 Jahre Sicherheits-Support (optionale, kostenpflichtige ELTS-Versionen)
  • Produktiv-Websites sollten immer auf einer LTS-Version betrieben werden
  • Das Gegenstück ist das Sprint Release: zeitlich vor einer LTS-Version, kürzer unterstützt, für Tests und Früheinsteiger gedacht
  • Ein Upgrade von einer LTS-Version auf die nächste sollte alle drei Jahre geplant werden

Was ist eine LTS-Version?

LTS steht für Long-Term Support – zu Deutsch: Langzeitunterstützung. Im Kontext von TYPO3 bezeichnet der Begriff eine Hauptversion des CMS, die vom TYPO3-Projekt für einen langen Zeitraum aktiv gepflegt wird. Konkret bedeutet das: Sicherheitslücken werden geschlossen, kritische Fehler behoben und die Version bleibt offiziell unterstützt.

Die Grundidee ist: LTS steht für Planbarkeit, Stabilität und Investitionssicherheit.

Das TYPO3-Projekt folgt einem klar definierten Release-Zyklus: Alle eineinhalb Jahre erscheint eine neue Hauptversion. Diese LTS-Versionen erhalten drei Jahre regulären Support (Fehlerbehebungen und Sicherheitsupdates) sowie anschließend weitere drei Jahre Extended Long-Term Support (ELTS) – allerdings kostenpflichtig über das offizielle ELTS-Programm. Nicht-LTS-Versionen, im TYPO3-Kontext auch Sprint Releases genannt, werden nur für den Zeitraum bis zur nächsten LTS-Version aktiv unterstützt, also etwa ein Jahr.

Für TYPO3-Betreiber ist die LTS-Version die wichtigste Versionsnummer überhaupt. Sie bestimmt, wie lange ein System ohne teures Upgrade weiterhin sicher betrieben werden kann und ab wann dringender Handlungsbedarf besteht.

LTS-Version in der Praxis

Für Redakteurinnen und Redakteure

Als Redakteur oder Redakteurin müssen Sie über LTS-Versionen in der Regel nicht aktiv nachdenken – das ist Aufgabe der Administration. Trotzdem gibt es mehrere Punkte, an denen Ihnen das Versionsthema im Arbeitsalltag begegnet.

Die LTS-Version bestimmt, welche Backend-Funktionen Ihnen überhaupt zur Verfügung stehen. Zwischen zwei LTS-Versionen ändern sich Oberfläche, Texteditor und Arbeitsabläufe teilweise deutlich. Wenn Sie in einer Anleitung, einem Video oder einem Forenbeitrag eine Funktion beschrieben finden, die Sie in Ihrem Backend nicht wiederfinden, liegt das häufig an einer abweichenden Version. Zu wissen, auf welcher LTS-Version Sie arbeiten, spart Ihnen an dieser Stelle viel Sucherei. Sie finden die Version im TYPO3-Backend oben links neben dem TYPO3-Logo.

Auch bei Schulungsunterlagen und Dokumentation ist die Version entscheidend. Redaktionshandbücher mit Screenshots sind an eine konkrete TYPO3-Version gebunden. Nach einem LTS-Upgrade sollten diese überarbeitet werden, um Verwirrungen zu vermeiden.

Ein anstehendes LTS-Upgrade hat zudem direkte Auswirkungen auf Ihre Redaktionsplanung. Während des Upgrades steht das TYPO3-Backend in der Regel kurzzeitig nicht für die Bearbeitung zur Verfügung. Deshalb wird zwischen Redaktion und Integration bzw. Administration ein Redaktionsschluss vereinbart: ein fester Zeitpunkt, ab dem keine Inhalte mehr gepflegt werden, damit während der Migration keine Änderungen verloren gehen. Klären Sie diesen Termin frühzeitig ab und legen Sie Kampagnen, Pressemitteilungen und andere Veröffentlichungen entsprechend davor oder danach.

Nicht zuletzt lohnt sich der Blick auf die Version, wenn Sie sich neue Funktionen wünschen. Manche Anforderung, die Ihnen die Arbeit erleichtern würde, ist im Core einer neueren LTS-Version bereits enthalten. Statt eine individuelle Lösung zu beauftragen, ist das Upgrade dann oft der bessere Weg.

Für Administratoren und Integratoren

Sie sind es, die den Versionsstand im Blick behalten und Upgrades vorbereiten müssen. Die folgenden Punkte gehören zum Standardvorgehen im Umgang mit LTS-Versionen:

  1. Welche Version ist aktuell? Prüfen Sie auf get.typo3.org und in der offiziellen TYPO3-Roadmap, welche LTS-Version aktuell empfohlen wird. Aktuell ist das TYPO3 v14 LTS.
  2. Auf welcher Version läuft Ihre Instanz? Das finden Sie heraus im TYPO3-Backend oben links neben dem TYPO3-Logo oder über die Kommandozeile: /vendor/bin/typo3 --version.
  3. Wann endet der Support Ihrer Version? Die Supportzeiträume sind auf get.typo3.org aufgeführt. Behalten Sie den Supportzeitraum Ihrer aktuell genutzten Version im Auge.
  4. Planen Sie LTS-Upgrades frühzeitig. Ein Major-Upgrade von einer LTS auf die nächste ist kein Routine-Update, sondern ein Projekt. Kalkulieren Sie je nach Komplexität eines Projektes einen ausreichenden Vorlauf für Analyse, Tests und Umsetzung.
  5. Composer-basierte Installation nutzen. LTS-Upgrades sind bei Composer-basierten TYPO3-Installationen erheblich einfacher zu verwalten als bei klassischen Installationen.
  6. Extensions vor dem Upgrade prüfen. Nicht alle Drittanbieter-Erweiterungen unterstützen von Beginn an die neue LTS-Version. Ein Extension-Kompatibilitätscheck ist Pflicht.
  7. Auf einer Staging-Umgebung testen. Führen Sie das Upgrade niemals direkt auf dem Produktivsystem durch. Datenbank-Migrationen und Breaking Changes im Core und in Extensions erfordern ausreichende Testzeit.

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

Fehler 1: Kein Upgrade, weil "es ja noch läuft"

  • Symptom: Das System läuft scheinbar problemlos, obwohl die LTS-Version ihr End-of-Life-Datum überschritten hat.
  • Ursache: Fehlende Übersicht über Supportzeiträume; Upgrade wird als Aufwand wahrgenommen, der hinausgeschoben wird.
  • Lösung: Supportzeitraum der installierten TYPO3-Version in einem Wartungskalender vermerken und das Upgrade-Projekt mit ausreichend großem Vorlauf vor Ende des Supports starten.

Fehler 2: Custom-Extensions und TypoScript nicht angepasst

  • Symptom: Nach dem Upgrade erscheinen leere Seitenbereiche, Fehler im Frontend oder Deprecation-Meldungen im Log.
  • Ursache: Eigenentwickelte Extensions und historisch gewachsenes TypoScript nutzen Code, der in der neuen LTS-Version entfernt oder geändert wurde. Solche Breaking Changes betreffen praktisch jeden Versionssprung.
  • Lösung: Vor dem Upgrade den Changelog der Zielversion auf Breaking Changes durchgehen. Eigene Extensions mit Rector oder dem Extension Scanner im Install Tool prüfen und vorab anpassen.

Fehler 3: Extension-Kompatibilität nicht vorab prüfen

  • Symptom: Nach dem Upgrade auf eine neue LTS-Version funktionieren bestimmte Funktionen nicht mehr, Extensions liefern Fehler.
  • Ursache: Drittanbieter-Extensions wurden nicht auf Kompatibilität mit der neuen LTS-Version geprüft.
  • Lösung: Vor jedem LTS-Upgrade alle installierten Extensions gegen die Zielversion testen – auf einer Staging-Umgebung, nicht direkt auf Produktion. Composer-Abhängigkeiten im Dry-Run prüfen: composer update --dry-run.

Fehler 4: ELTS mit regulärem Support gleichsetzen

  • Symptom: Betreiber wähnen sich sicher, weil "noch Updates kommen" – obwohl ihr System im ELTS-Zeitraum läuft und ELTS eine separate Lizenz erfordert.
  • Ursache: Unklarheit über den Unterschied zwischen regulärem LTS-Support und dem kostenpflichtigen Extended Long-Term Support.
  • Lösung: ELTS-Status der Version prüfen. Wenn ELTS aktiv ist, klären, ob eine gültige ELTS-Lizenz vorliegt – oder ob stattdessen ein Upgrade auf die aktuelle LTS die wirtschaftlichere Entscheidung ist.

Fehler 5: Upgrade direkt auf dem Produktivsystem

  • Symptom: Die Website ist während des Upgrades stundenlang nicht erreichbar oder liefert fehlerhafte Inhalte aus.
  • Ursache: Es existiert keine Staging-Umgebung, das Upgrade wurde direkt live durchgeführt.
  • Lösung: Das Upgrade vollständig auf einer identischen Staging-Umgebung durchspielen und dokumentieren. Erst wenn dort alles läuft, dasselbe Vorgehen auf Produktion wiederholen, in einem abgestimmten Wartungsfenster.

Best Practices / Checkliste

  • Setzen Sie Produktivsysteme ausschließlich auf einer offiziell unterstützten LTS-Version auf. Sprint Releases sind für Tests und Früheinsteiger, nicht für den dauerhaften Produktionsbetrieb.
  • Notieren Sie Supportende-Datum und ELTS-Datum der installierten TYPO3-Version direkt bei der Inbetriebnahme in Ihrem internen Dokumentationssystem.
  • Starten Sie das Upgrade-Projekt spätestens 3 Monate vor Ende des Supportzeitraumes. Bei komplexen Installationen mit vielen Custom-Extensions auch früher.
  • Nutzen Sie Composer für alle TYPO3-Installationen. LTS-Upgrades, Extension-Management und Abhängigkeitsprüfung sind mit Composer wesentlich kontrollierbarer.
  • Testen Sie jedes Major-Upgrade vollständig auf einer Staging-Umgebung inklusive Datenbank-Migrationen, Extension-Kompatibilität und TYPO3 Upgrade Wizard.
  • Halten Sie alle installierten Extensions aktuell, auch zwischen LTS-Upgrades. Nicht aktuell gehaltene Extensions sind häufig die eigentliche Baustelle bei einem LTS-Wechsel.
  • Führen Sie vor jedem Upgrade ein vollständiges Backup durch – Dateisystem und Datenbank, extern gesichert, nicht nur auf demselben Server.
  • Beobachten Sie die TYPO3-Sicherheits-Meldungen (Security Advisories auf typo3.com) und spielen Sie Sicherheitsupdates innerhalb der aktuellen LTS-Version zeitnah ein.

Häufige Fragen zur LTS-Version

Was ist der Unterschied zwischen einer LTS-Version und einem Sprint Release?

Eine LTS-Version (Long-Term Support) wird drei Jahre offiziell mit Sicherheits- und Bugfix-Updates versorgt. Ein Sprint Release erhält nur Support bis zur Veröffentlichung der nächsten Hauptversion – also maximal rund eineinhalb Jahre. Für den dauerhaften Betrieb von Produktivsystemen ist ausschließlich eine LTS-Version empfehlenswert.

Welche TYPO3-Version ist aktuell die aktuelle LTS-Version?

Aktuelle LTS-Version ist TYPO3 v14 LTS, veröffentlicht im April 2026. Sie erhält regulären Support bis voraussichtlich Juni 2029, anschließend ist ELTS buchbar. Die jeweils aktuelle Übersicht ist auf get.typo3.org zu finden.

Was passiert, wenn ich meine TYPO3-Version nach dem End-of-Life nicht aktualisiere?

Das System läuft technisch weiter, erhält aber keine Sicherheitsupdates mehr. Neu entdeckte Sicherheitslücken bleiben offen – das erhöht das Risiko eines erfolgreichen Angriffs erheblich. Zudem können Extension-Hersteller ihrerseits den Support für ältere TYPO3-Versionen einstellen, was zu weiteren Kompatibilitätsproblemen führt.

Was bedeutet ELTS und muss ich dafür zahlen?

ELTS steht für Extended Long-Term Support. Dieses kostenpflichtige Programm unter elts.typo3.com verlängert den Sicherheits-Support einer abgelaufenen LTS-Version um weitere eineinhalb Jahre. ELTS ist sinnvoll, wenn ein Upgrade-Projekt aus geschäftlichen Gründen nicht sofort realisierbar ist – als Dauerlösung ist ELTS jedoch nicht gedacht.

Muss ich bei jedem neuen LTS-Release sofort aktualisieren?

Nein. Solange Ihre aktuelle LTS-Version noch offiziell unterstützt wird, besteht kein sofortiger Handlungsdruck. Empfehlenswert ist es, das Upgrade innerhalb des regulären Supportzeitraums zu planen, nicht erst unter Zeitdruck kurz vor End-of-Life. Eine Vorlaufzeit von 6 Monaten ist ein realistischer Richtwert.

Kann ich von einer älteren LTS-Version direkt auf die neueste LTS-Version springen?

Das ist grundsätzlich möglich, aber nicht immer direkt unterstützt. Das TYPO3-Projekt empfiehlt, Upgrades schrittweise durchzuführen – also von v12 LTS auf v13 LTS, dann auf v14 LTS. Bei sehr alten Versionen (v9 LTS und älter) sind Upgrades komplexer und erfordern in der Regel deutlich mehr Aufwand.

Ihre Frage war nicht dabei? Kontaktieren Sie mich, damit ich sie gleich beantworten kann.

Verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe zur TYPO3 LTS-Version
Begriff Beschreibung
Major-Version

Bezeichnet eine TYPO3-Hauptversion mit potenziell grundlegenden Änderungen; LTS-Versionen sind immer auch Major-Versionen.

Minor-Version

Eine Update-Stufe innerhalb einer Major-Version (z. B. v13.4.x); enthält Bugfixes und kleinere Erweiterungen, keine Breaking Changes.

Patch-Version

Kleinstes Update innerhalb einer Minor-Version; enthält ausschließlich Sicherheits- und Bugfixes.

ELTS

Abkürzung für “Extended Long-Term Support”. Das kostenpflichtige Supportprogramm für abgelaufene LTS-Versionen; nicht für längerfristigen Betrieb gedacht.

Upgrade Wizard

TYPO3-Werkzeug im Backend, das beim Wechsel zwischen LTS-Versionen Datenbank-Migrationen und Konfigurationsanpassungen unterstützt. Üblicherweise nur für Administratoren verfügbar.

Composer

Dependency-Manager für PHP, der bei TYPO3-Installationen das Versions- und Extension-Management erheblich vereinfacht und LTS-Upgrades sicherer macht.

Breaking Change

Änderung in einer neuen TYPO3-Version, die bestehende Konfigurationen, Extensions oder Templates inkompatibel macht; tritt besonders häufig beim LTS-Wechsel auf.

Wer das hier schreibt

Ich bin Jochen Fröhlich, Diplom-Informatiker (FH) aus Stuttgart. Seit 2003 arbeite ich mit TYPO3: als Integrator und als jemand, der Redaktionen zeigt, wie sie das System im Alltag nutzen. Was hier im TYPO3-Wissen steht, stammt aus echten Projekten und nicht aus der Theorie.

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Jochen Fröhlich, TYPO3-Entwickler aus Stuttgart

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