Für den Alternativtext eines Bildes bietet TYPO3 zwei Felder: eines an der Datei selbst und eines an jeder Stelle, an der Sie die Datei einbinden. Wer das nicht weiß, pflegt denselben Text mehrfach oder wundert sich, warum eine Korrektur an der Datei auf einer Seite ohne Wirkung bleibt. Dieser Artikel erklärt, wie die beiden Felder zusammenwirken und welcher Wert am Ende im Frontend landet. Grundlage ist TYPO3 v14 LTS. Wie das Medienmodul insgesamt aufgebaut ist, beschreibt die Begriffsseite Dateiliste.
Alt-Text in TYPO3 pflegen: Datei oder Inhaltselement
Inhaltsverzeichnis
- Wo speichert TYPO3 den Alternativtext?
- Beide Felder im Vergleich
- Wann genügt der Alternativtext an der Datei?
- Wann brauchen Sie eine eigene Angabe im Inhaltselement?
- Was unterscheidet Alternativtext, Beschreibung und Titel?
- Was gehört in einen guten Alternativtext?
- Häufige Missverständnisse
- Häufige Fragen
- Fazit

Das Wichtigste in Kürze
Den Alternativtext eines Bildes pflegen Sie in TYPO3 an zwei Stellen. In den Metadaten der Datei gilt er für jede Verwendung dieser Datei. Im Inhaltselement überschreiben Sie ihn nur für dieses eine Vorkommen. Bleibt das Feld im Inhaltselement leer, verwendet TYPO3 den Text aus den Metadaten. Pflegen Sie deshalb zuerst die Datei und überschreiben Sie nur dort, wo das Bild etwas anderes aussagt.
Wo speichert TYPO3 den Alternativtext?
TYPO3 speichert den Alternativtext auf zwei Ebenen. Die erste Ebene ist die Datei: Zu jeder hochgeladenen Datei gehört ein Satz Metadaten mit Titel, Alternativtext und Beschreibung. Diese Metadaten bearbeiten Sie im Modul "Media", das bis TYPO3 v13 "Dateiliste" hieß.
Die zweite Ebene ist die Verwendung. Binden Sie ein Bild in ein Inhaltselement ein, legt TYPO3 eine Verknüpfung zwischen dem Element und der Datei an. Diese Verknüpfung hat eigene Felder für Alternativtext, Beschreibung, Titel und Link. Sie sehen sie, wenn Sie den Bildbereich mit einem Klick auf den kleinen Pfeil neben dem Vorschaubild aufklappen.
Beide Ebenen verbindet eine feste Regel: Ist das Feld an der Verknüpfung leer, verwendet TYPO3 den Wert aus den Metadaten der Datei. Steht dort ein eigener Text, hat dieser Vorrang. Im Backend erkennen Sie das an der Darstellung: Der Text der Datei steht blass als Platzhalter im Feld, und über dem Feld sitzt ein Kontrollkästchen. Erst wenn Sie es aktivieren, können Sie einen eigenen Text eintragen.

Beide Felder im Vergleich
| Kriterium | Metadaten der Datei | Angabe im Inhaltselement |
|---|---|---|
| Gilt für | jede Verwendung dieser Datei auf der gesamten Website |
genau dieses eine Vorkommen |
| Pflegeort | Modul "Media", Metadaten der Datei |
Bildbereich im Inhaltselement |
| Vorrang | wird verwendet, solange das Feld im Inhaltselement leer bleibt |
hat Vorrang, sobald ein Text eingetragen ist |
| Aufwand bei Korrekturen | einmal ändern, wirkt überall |
an jeder überschriebenen Stelle einzeln ändern |
| Typischer Einsatz | Standardfall für nahezu alle Bilder |
Ausnahme für einen abweichenden Zusammenhang |
| Übersetzung | je Sprache an der Datei pflegbar |
je Sprache am übersetzten Inhaltselement pflegbar |
Wann genügt der Alternativtext an der Datei?
Für die große Mehrheit der Bilder genügt die Angabe an der Datei. Das gilt immer dann, wenn das Bild überall dasselbe aussagt: ein Produktfoto, ein Porträt, ein Firmenlogo, eine Grafik mit einem festen Inhalt.
Der Vorteil zeigt sich bei Korrekturen. Ändern Sie den Text an der Datei, wirkt sich die Änderung an jeder Stelle aus, an der das Bild eingebunden ist. Sie müssen weder wissen noch nachsehen, auf welchen Seiten das Bild verwendet wird.
Wann brauchen Sie eine eigene Angabe im Inhaltselement?
Eine eigene Angabe im Inhaltselement lohnt sich, wenn dasselbe Bild an verschiedenen Stellen verschiedene Aussagen transportiert. Ein Foto einer Werkhalle kann auf der Unternehmensseite den Standort zeigen und auf einer Produktseite ein bestimmtes Fertigungsverfahren. Der passende Alternativtext lautet dann jeweils anders.
Ein zweiter Fall sind verlinkte Bilder. Führt ein Bild als Link auf eine andere Seite, beschreibt der Alternativtext das Ziel des Links und nicht mehr nur das Motiv. Auch das hängt von der einzelnen Verwendung ab und gehört deshalb in das Inhaltselement.
Ein dritter Fall ist das rein schmückende Bild. Steht ein Foto ohne inhaltliche Aussage neben einem Text, der bereits alles sagt, ist ein leerer Alternativtext richtig. Screenreader überspringen das Bild dann, statt eine Beschreibung vorzulesen, die den Lesefluss stört.
Eine Einschränkung gehört dazu: Ob ein leeres Feld im Frontend tatsächlich zu einem leeren alt-Attribut führt, hängt von den Vorlagen Ihrer Website ab. Prüfen Sie das einmalig an einem Beispiel oder fragen Sie Ihre Entwicklerin oder Ihren Entwickler danach.

Was unterscheidet Alternativtext, Beschreibung und Titel?
Die drei Felder haben verschiedene Aufgaben, werden aber oft verwechselt. Der Alternativtext ersetzt das Bild für alle, die es nicht sehen können. Er ist auf der Seite normalerweise unsichtbar und wird von Screenreadern vorgelesen.
Die Beschreibung erscheint in den meisten Vorlagen sichtbar als Bildunterschrift unter dem Bild. Sie richtet sich an alle Leserinnen und Leser. Sie ergänzt das Bild um eine Information, etwa um den Namen der abgebildeten Person oder den Ort der Aufnahme.
Das Feld Titel erzeugt in vielen Vorlagen ein title-Attribut, dessen Inhalt als Sprechblase beim Überfahren mit der Maus erscheint. Auf Touchgeräten ist dieser Text nicht erreichbar, und Screenreader behandeln ihn uneinheitlich. Verlassen Sie sich deshalb nicht darauf: Was alle verstehen sollen, gehört in den Text oder in die Beschreibung.
Was gehört in einen guten Alternativtext?
Ein guter Alternativtext beschreibt, welche Information das Bild an dieser Stelle beiträgt. Er zählt nicht auf, was zu sehen ist. Die Probe ist schnell gemacht: Lesen Sie die Seite jemandem am Telefon vor. Was Sie zum Bild sagen würden, damit die Person der Seite folgen kann, gehört in das Feld.
Drei einfache Regeln helfen dabei:
- Kurz halten. Ein knapper Satz reicht in fast allen Fällen. Braucht ein Bild mehr Erklärung, etwa ein Diagramm, gehört diese Erklärung in den Fließtext.
- Keine Wörter wie "Bild", "Foto" oder "Grafik". Screenreader kündigen ein Bild bereits von sich aus an.
- Keine Dateinamen und keine Stichwortlisten. Beides hilft weder Screenreader-Nutzerinnen noch Suchmaschinen.
Ein Beispiel: Bei einem Foto der Geschäftsführerin bei einer Preisverleihung sagt "Portraet_2024_final.jpg" nichts. "Frau im Anzug auf einer Bühne" beschreibt das Motiv, aber nicht die Aussage. "Geschäftsführerin Lisa Müller nimmt den Innovationspreis entgegen" trifft es.
Für die Entscheidung, ob ein Bild überhaupt einen Text braucht, gibt es eine bewährte Hilfe: den Entscheidungsbaum des W3C. Er führt mit wenigen Fragen zur passenden Antwort.
Häufige Missverständnisse
Die folgenden vier Annahmen führen zu Arbeit, die niemand braucht, oder zu Bildern ohne brauchbaren Text.
“Der Alternativtext muss im Inhaltselement stehen, sonst wirkt er nicht.”
Das Gegenteil ist der Fall. Ohne Eintrag im Inhaltselement verwendet TYPO3 den Text aus den Metadaten der Datei. Die Angabe im Inhaltselement ist die Ausnahme, nicht der Regelfall.
“Ein leeres Feld im Inhaltselement löscht den Alternativtext.”
Ein leeres Feld bedeutet lediglich, dass für diese Verwendung nichts Eigenes hinterlegt ist. TYPO3 greift dann auf die Datei zurück. Wer einen Text an einer Stelle tatsächlich unterdrücken möchte, aktiviert das Kontrollkästchen und lässt das Feld anschließend leer.
“Alternativtext und Bildunterschrift sind dasselbe.”
Beide Texte haben verschiedene Aufgaben und verschiedene Zielgruppen. Eine Bildunterschrift ergänzt das Bild für alle. Ein Alternativtext ersetzt es für jene, die es nicht sehen. Wortgleiche Einträge lassen Screenreader denselben Satz zweimal vorlesen.
“Dekorative Bilder brauchen trotzdem einen Text.”
Ein Bild ohne inhaltliche Aussage bekommt einen leeren Alternativtext. Das W3C empfiehlt genau das, damit Screenreader solche Bilder überspringen. Das Feld ganz wegzulassen ist keine gleichwertige Alternative: Manche Programme lesen dann den Dateinamen vor.
Häufige Fragen
Muss wirklich jedes Bild einen Alternativtext bekommen?
Jedes Bild braucht eine Entscheidung, nicht zwingend einen Text. Bilder mit einer Aussage bekommen einen beschreibenden Text, rein schmückende Bilder einen leeren. Kein Feld auszufüllen ist die einzige Variante, die in beiden Fällen falsch ist.
Was passiert mit bestehenden Seiten, wenn ich den Alternativtext an der Datei ändere?
Die Änderung wirkt sofort an jeder Stelle, an der das Bild eingebunden ist und an der das Feld im Inhaltselement leer geblieben ist. Stellen mit einer eigenen Angabe bleiben unverändert. Nach dem Speichern kann es einen Moment dauern, bis der Cache die neue Fassung ausliefert.
Warum erscheint im Frontend ein Alternativtext, obwohl das Feld im Inhaltselement leer aussieht?
Der blasse Text im Feld ist ein Platzhalter, kein gespeicherter Wert. Er zeigt an, was TYPO3 aus den Metadaten der Datei übernimmt. Um ihn zu ändern, bearbeiten Sie die Metadaten der Datei im Modul "Media".
Gilt der Alternativtext automatisch auch in den anderen Sprachen meiner Website?
Nein, Metadaten werden je Sprache gepflegt. Im Modul "Media" übersetzen Sie die Metadaten einer Datei über die entsprechende Schaltfläche an der Datei. Solange keine Übersetzung vorliegt, erscheint je nach Konfiguration der Text der Standardsprache.
Fazit
Dieser fester Arbeitsschritt sollte die Regel sein: Den Alternativtext an der Datei pflegen, und zwar direkt nach dem Hochladen, noch bevor das Bild zum ersten Mal verwendet wird. Im Inhaltselement überschreiben Sie ihn nur, wenn das Bild dort etwas anderes aussagt oder als Link dient. Wenn Sie sich einen nächsten Schritt vornehmen möchten, gehen Sie die zuletzt hochgeladenen Bilder im Modul "Media" (bzw. “Dateiliste” in v13) durch und ergänzen Sie fehlende Texte.
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Verwandte Begriffe
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Dateiliste
Die Dateiliste ist das zentrale Modul im TYPO3-Backend, in dem alle Mediendateien hochgeladen, in Ordnern strukturiert und mit Metadaten wie Alt-Text und Bildunterschrift versehen werden.
-
Inhaltselement
Ein Inhaltselement ist der kleinste pflegbare Baustein einer TYPO3-Seite: von einfachen Texten über Bilder bis hin zu komplexen FAQ-Akkordeons.
Wer das hier schreibt
Jochen Fröhlich, TYPO3-Entwickler aus Stuttgart. Ein guter Teil meiner Arbeit besteht darin, technische Zusammenhänge so zu erklären, dass Marketingteams damit weiterarbeiten können. Genau dafür ist dieses Nachschlagewerk da: ein Begriff, eine verständliche Erklärung und die Stolperfallen, die in der Praxis tatsächlich auftreten.
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